Rückblick: Roundtable „Zukunft der Platte in Sachsen“

Am 22. Janu­ar 2026 fand bei Texul­ting in Chem­nitz der zwei­te Round­ta­ble „Zukunft der Plat­te in Sach­sen“ statt. Rund 15 Teil­neh­men­de aus unter­schied­lichs­ten Fach­rich­tun­gen kamen zusam­men, um gemein­sam über die Zukunft des Plat­ten­baus zu dis­ku­tie­ren. Der Aus­tausch war offen, fach­lich fun­diert und von dem kla­ren Wil­len geprägt, Lösun­gen zu fin­den und wei­ter­zu­den­ken.

Warum wir diese Veranstaltung machen

Für uns bedeu­tet Nach­hal­tig­keit, Din­ge ganz­heit­lich zu betrach­ten. Wir beglei­ten Unter­neh­men und Kom­mu­nen vor allem bei inter­nen Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­sen. Gleich­zei­tig besit­zen nahe­zu alle Orga­ni­sa­tio­nen Immo­bi­li­en. Genau hier liegt ein enor­mer Hebel. In Deutsch­land ent­fal­len wei­ter­hin rund 35 Pro­zent der gesam­ten CO₂-Emis­sio­nen auf die Bau­bran­che. Jähr­lich ent­ste­hen etwa 230 Mil­lio­nen Ton­nen Bau­ab­fall. Hin­zu kommt, dass der Ener­gie­ver­brauch für Wär­me nach wie vor deut­lich höher ist als für Strom und den­noch häu­fig weni­ger Auf­merk­sam­keit erhält.

Men­schen woh­nen, arbei­ten und leben in Gebäu­den. Wenn wir die­se Gebäu­de zukunfts­fä­hig gestal­ten, wir­ken wir direkt auf Kli­ma­schutz, Res­sour­cen­scho­nung und Lebens­qua­li­tät ein. Aus all die­sen Grün­den möch­ten wir Bewe­gung in den Immo­bi­li­en­sek­tor brin­gen.

Der Fokus auf den Plat­ten­bau ist dabei bewusst gewählt. Vie­le Men­schen in Ost­deutsch­land sind in einer Plat­te auf­ge­wach­sen und haben daher einen emo­tio­na­len Bezug dazu. Sie galt lan­ge Zeit als moder­ner Wohn­stan­dard mit Zen­tral­hei­zung, funk­tio­na­len Grund­ris­sen und einem star­ken sozia­len Mit­ein­an­der in den Wohn­ge­bie­ten. Der heu­ti­ge schlech­te Ruf wird die­sen Qua­li­tä­ten nicht gerecht. Die seri­el­le Bau­wei­se ermög­lich­te schnel­les Bau­en, Mate­ri­al­ein­spa­rung und kla­re Struk­tu­ren. Auch wenn nicht alles per­fekt war, hat­te der Plat­ten­bau vie­le Vor­tei­le.

Heu­te kann die Plat­te wie­der zu einem lebens­wer­ten Ort wer­den. Bestehen­de Res­sour­cen kön­nen wei­ter genutzt wer­den. Nach­hal­tig­keit bedeu­tet hier nicht Neu­bau, son­dern Wei­ter­den­ken.

Zentrale Erkenntnisse aus dem Roundtable

Beim Aus­tausch wur­de deut­lich, dass neue Geschäfts­mo­del­le mög­lich sind, wenn Ener­gie kon­se­quent mit­ge­dacht wird und bekann­te Denk­mus­ter ver­las­sen wer­den. Die Kom­bi­na­ti­on aus Wär­me­pum­pe und Pho­to­vol­ta­ik eröff­net wirt­schaft­li­che Per­spek­ti­ven, die bis­lang oft unter­schätzt wer­den. Mar­kus Freu­den­reich von SIRA zwan­zig­zehn zeig­te hier­zu kon­kre­te Ansät­ze und Rechen­bei­spie­le.

Ein wei­te­rer zen­tra­ler Punkt war der Umgang mit Daten. Nach­hal­tig­keit braucht Wis­sen über das eige­ne Gebäu­de. Wer die ver­bau­ten Mate­ria­li­en kennt, kann fun­dier­te Ent­schei­dun­gen tref­fen und die nächs­ten Schrit­te sinn­voll pla­nen. Mad­as­ter kann dabei als Platt­form unter­stüt­zen. Niklas Sei­bel stell­te die Mög­lich­kei­ten pra­xis­nah vor.

Eben­so deut­lich wur­de, wie wich­tig eine sau­be­re Finan­zie­rung ist. Nicht jedes Pro­jekt lässt sich voll­stän­dig aus Eigen­mit­teln rea­li­sie­ren. Nicht jede Bank finan­ziert jedes Vor­ha­ben. Gleich­zei­tig gibt es für jedes Pro­jekt pas­sen­de Finan­zie­rungs­part­ner. Tors­ten Kös­ter­ke von der Bau­fi­Part­ner GmbH und Ulf Joh­ne von der Alli­anz gaben hier­zu wert­vol­le Ein­bli­cke.

Über allem stand die Erkennt­nis, dass der Plat­ten­bau viel Poten­zi­al bie­tet. Es gibt bereits heu­te funk­tio­nie­ren­de Lösun­gen. Ent­schei­dend ist, die Chan­cen zu sehen, mutig neue Wege zu gehen und vor­han­de­nes Wis­sen zusam­men­zu­füh­ren.

Netzwerk weiterentwickeln

Wir freu­en uns sehr, dass sich aus dem Round­ta­ble ein klei­nes, enga­gier­tes Netz­werk ent­wi­ckelt hat. Die­ses möch­ten wir wei­ter aus­bau­en und ver­tie­fen. Der nächs­te Round­ta­ble „Zukunft der Plat­te“ ist bereits in Pla­nung und wird im April 2026 statt­fin­den. Geplant sind neue Impul­se, neue Teil­neh­men­de und ein Busi­ness-Speed-Dating, um den Aus­tausch wei­ter zu inten­si­vie­ren.